Zur Zukunft der Ortsteilbibliotheken
Unter dem Titel „Neuorganisation des Städtischen Bibliotheksangebots" lud die Stadtverwaltung letzte Woche zu einer „Info“-Veranstaltung ein, bei der es um die geplante Schließung der Ortsteilbibliotheken in Aldingen, Hochberg und Hochdorf gehen soll. Diese Veranstaltung haben wir als CDU-Fraktion deutlich in Form und Inhalt kritisiert:
Die gezeigte Präsentation verlor sich in der Tiefe der Einzelheiten, der Anlass der geplanten Schließungen war nicht erkennbar. Schlimmer war die Form: Fragen wurden abgewiegelt, Fragestellern das Mikro abgedreht. Wir haben schon in der Sitzung des Verwaltungsausschusses ganz klar gesagt: Das geht so nicht, das ist nicht der Stil, mit dem man in Remseck miteinander umgehen sollte, die Bürgerinnen und Bürger haben eine Entschuldigung verdient.
Wie soll es weitergehen?
Neben einem anderen Stil der Kommunikation brauchen wir klare Inhalte: Eine deutliche Aussage über das Defizit, daraus abgeleitet einen Plan für einen Abbaupfad, dann kann man Einzelmaßnahmen vor diesem Hintergrund bewerten. Eine Forderung, die wir bereits öfters erhoben haben - leider mit geringem Erfolg.
Das Remsecker Defizit ist nicht nur eine Frage der Finanzmittel. Wir haben ein Defizit in der Strategiefähigkeit, in der Zielformulierung, Führung und Organisation. Deshalb tut sich die Verwaltung schwer mit Aufgabenkritik und greift zum Mittel bloßer Streichung. Aufgabenkritik hat viel mit Standards zu tun: Müssen/ wollen wir eine bestimmte Aufgabe erfüllen, wenn ja, wie wollen wir das tun. Was wir auf Dauer nicht können, ist zentrale und dezentrale Angebote auf hohem Niveau parallel anzubieten.
Wichtig ist aber auch: die von der Verwaltung jetzt zurückgezogene Vorlage ist kein absoluter Kahlschlag: Remseck hat eine zentrale Mediathek, die viele Leistungen anbietet. Außerdem sollen Angebote in den Stadtteilen definiert werden, vor allem mit Blick auf Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter.
Es ist erfreulich, dass sich jetzt Initiativen bilden, die sagen, „das reicht nicht, da wollen wir andere Angebote, ihr habt da Gruppen nicht ausreichend im Blick, wir wollen uns einbringen.“ Das findet natürlich unsere Unterstützung. Wir können uns ganz viel in privater Trägerschaft vorstellen, es gibt ja Beispiele aus Poppenweiler, Pattonville oder Schlösslesfeld.
Jetzt sollen Gespräche mit dem beginnenden Bürgerschaftlichen Engagement stattfinden. Hier wünschen wir uns klare Strukturen, Gespräche auf Augenhöhe und Einbindung des Gemeinderats.